Zweidimensionales TLM mit Java | english |
Jetzt können Sie Wände, Medium und Signalanregungen eingeben:
Wählen Sie nun den Typ einer Wand aus. Drücken Sie dazu auf den kleinen Knopf vor der Wandbezeichnung. Zur Auswahl stehen electric wall (eine ideal elektrisch leitende Wand), magnetic wall (eine ideal magnetisch leitende Wand) und s. absorbing wall, was für simple absorbing wall steht (eine einfach absorbierende Wand).
Nun können Sie mit der Maus Wände ins Simulationsgitter einzeichnen. Modellieren Sie Ihre Struktur. Sollten Sie dabei Wände entfernen wollen, selektieren Sie die entsprechende Wand mit einem kurzen Mausklick auf die Wandlinie. Die ausgewählte Wand wird in roter Farbe angezeigt. Wird das falsche Strukturelement angezeigt, müssen sie den Mausklick auf die gewünschte Wandlinie sooft wiederholen, bis die korrekte Wand rot markiert ist. Das ausgewählte Wandstück können sie nun mit einem Druck auf den Knopf delete item im Bedienfenster entfernen.
An einer elektrisch leitenden Wand wird die elektromagnetische Welle mit negativem Vorzeichen reflektiert. Im Gegensatz dazu reflektiert die magnetisch leitende Wand eine auftreffende Welle ohne Vorzeichenwechsel. Die einfach absorbierende Wand verschluckt eine auftreffende Welle. Dies klappt jedoch nur bei senkrechtem Einfall der Welle. Trifft die Welle schräg auf die absorbierende Wand, so entstehen störende Reflexionssignale, die durch das Anbringen von zusätzlichem verlustbehaftetem Medium vor der Wand gedämpft werden sollten.
Geben Sie jetzt das Medium ein. Aktivieren Sie dazu den Knopf medium im Bedienfenster und tragen die Mediendaten in die entsprechenden Textfelder ein. Bei eps_r muss die relative Dielektrizitätszahl und bei g_loss der Verlustfaktor eingegeben werden. Jetzt können Sie verschiedene Gebiete mit dem angegebenen Medium mit der Maus ins TLM-Gitter einzeichnen. Auch Mediengebiete können mit einem kurzen Mausklick selektiert werden. Die Umrandung des ausgewählten Gebiets wird rot markiert. Ein ausgewähltes Gebiet kann mit delete idem entfernt werden.
Ganz wichtig ist die Feldanregung. Wird die Feldanregung vergessen, bleiben alle Feldkomponenten im TLM-Gitter Null. Zur Feldanregung wählt man im Bedienfenster den gaussian pulse und trägt in das Feld t_max die Zeitschrittnummer ein, bei der der anregende Guaßpuls sein Maximum erreichen soll. Bei sigma trägt man das Sigma des Gaußpulses ein, und ampl erhält den Amplitudenwert. Als Faustregel sollte t_max mindestens dreimal so groß wie sigma sein. Jetzt kann das Anregungsgebiet mit der Maus ins TLM-Gitter eingetragen werden.
Mit dem Punkt observe field kann man Bereiche im Simulationsgebiet markieren, von denen der
Feldverlauf in Dateien gespeichert werden soll. Dazu trägt man in das Feld filename den Dateinamen
des Ergebnisfiles ein. Hier müssen zwei Möglickeiten unterschieden werden.
a) Der Dateinamen enthält ein %-Zeichen: Es wird nach jedem Zeitschritt der Simulation eine eigene
Datei angelegt, die anstelle des %-Zeichens die Zeitschrittnummer trägt. Dieses Ausgabeformat eignet sich
für größere Gebiete.
b) Der Dateiname enthält kein %-Zeichen: Es wird eine einzelne Datei mit diesem Namen angelegt, in die
die Feldamplituden nach jedem Berechnungsschritt gespeichert werden. Dieses Ausgabeformat ist gut geeignet
um Feldverläufe einzelner Zellen abzuspeichern.
Die Feldausgabe funktioniert nicht, wenn das 2d-TLM-Programm in einem WWW-Browser läuft. Um die
Speicherfunktionen nutzen zu können, muss das Programm direkt in einem Java-Interpreter ausgeführt werden.
Die Parameter der verschiedenen Wände, Medien, Anregung und Feldbeobachtungsgebieten können leicht verändert werden. Dazu wird das entsprechende Objekt mit einem kurzen Mausklick ausgewählt, es wird dabei rot markiert. Nun kann im Bedienfenster z. B. der Wandtyp geändert oder die Medieneigenschaften neu eingetragen werden. Anschließend muss auf den apply-Knopf gedrückt werden. Jetzt besitzt das Objekt die veränderten Eigenschaften.
Läuft das 2d-TLM-Java-Programm direkt in einem Java-Interpreter, dann kann man die eingegebene Struktur mit einem Druck auf den save structure-Knopf in eine Datei speichern. Diese Dateien können später wieder gelesen und bearbeitet werden.
Nun schließen Sie das Bedienfenster mit einem Druck auf Done. Jetzt können Sie die Simulation mit dem Run-Knopf starten.
Scrollbars
Offensichtlich unterscheiden sich die Scrollbars zwischen der Java-Version 1.0 und 1.1. Interessanterweise
ist dieser Unterschied nicht von allen WWW-Browserprogrammen übernommen worden, die automatische
Versionserkennung funktioniert also nicht immer. Sollte das 2d-TLM-Applet
seine Scrollbars falsch anzeigen, d. h. es kann nicht der gesamte Gitterbereich betrachetet werden, oder
das Simulationsgitter lässt sich zuweit aus seinem Fenster herausschieben, so bringt wahrscheinlich einer
dieser beiden Links Abhilfe:
getestet
Bisher wurde das 2d-TLM-Java-Simulationsprogramm auf folgenden Systemen getestet:
MS Internet Explorer 3 (Windows 95), IE4 (Windows 95), Netscape 3 (Windows 95, Digital-Unix, Linux, HP-UX),
Netscape Communicator 4 (Windows 95, Sun Sparc), JDK1.0.2 (Linux, Digital-Unix) und JDK1.1.1 (Linux).
Das Java-Programm startet nicht
Einige Browserprogramme verkraften es nicht, wenn die Umgebungsvariable CLASSPATH gesetzt ist.
Oft werden dann die zum Betrieb von Java notwendigen Class-Dateien nicht gefunden und der Bildschirm
bleibt leer. Es ist also empfehleneswert, die Umgebungsvariable CLASSPATH zu löschen und erst
dann den Browser zu starten. Zum Löschen der Umgebungsvariablen geben Sie dazu z. B. in einer C-Shell auf Unix
unsetenv CLASSPATH ein. (Die CLASSPATH-Variable wird üblicherweise für Java-Entwicklungsumgebungen,
also Java-Kompiler und -Debugger benötigt.)
Green Threads
Unter seltenen Umständen, denen ich bisher noch nicht auf die Spur gekommen bin, verklemmt sich
das Simulationsprogramm und blockiert das WWW-Browserprogramm. Dieser Effekt wurde nur mit
Netscape 3 beobachtet, wenn die Simulationsgeschwindigkeit auf dem Maximalwert 100
eingestellt war. Hier empfiehlt es sich, die Geschwindigkeit auf höchstens 99 einzustellen.
Auf Systemen mit sog. native threads sind keine Probleme dieser Art bekannt.
Kommentare an: Bernhard Bader, FBH.
Was ist TLM?
TLM ist die Abkürzung für Transmission-Line-Matrix-Methode. Sie wird zur Untersuchung
der Ausbreitung von elektromagnetischen Felder eingesetzt. Die TLM-Methode basiert dabei auf der Analogie zwischen der
Ausbreitung elektromagnetischer Wellen und der Ausbreitung von elektrischen Impulsen in Leitungsnetzwerken.
Wie in dem hier gezeigten Java-Programm, wird TLM meistens für Analysen im Zeitbereich eingesetzt. Dabei berechnet man die Feldverläufe in ihrem zeitlichen Ablauf. Leitungsstrukturen oder Bauteile, deren Eigenschaften (z. B. Transmissions- und Reflexionsfaktoren, Streuparameter) bestimmt werden sollen, werden im TLM-Gitter nachgebildet und ihr Einfluss auf die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen beobachtet. TLM ist dabei nicht auf die Untersuchung zweidimensionaler Strukturen beschränkt. Es ist leicht möglich TLM für die Analyse dreidimensionaler Strukturen anzuwenden.
Um genauere Informationen über die dreidimensionale TLM-Methode und ihre Weiterentwicklung zur
Alternating-
© 1997 Bernhard Bader, FBH
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