Hochtemperatur MOVPE Reaktor für optoelektronische Bauelemente
Hochtemperatur MOVPE Reaktor für optoelektronische Bauelemente
MOVPE Planetenreaktor für acht 3" Wafer
MOVPE Planetenreaktor für acht 3" Wafer

MOVPE Nitride

Für die Nitrid-basierte Epitaxie stehen am FBH drei MOVPE Reaktoren zur Verfügung. Eine MOVPE-Anlage vom Typ AIX200/4-RF-S mit einer Kapazität von 1×2" wird für die Abscheidung der optoelektronischen Epitaxiestrukturen genutzt. Der Reaktor ist mit einem hochauflösenden Krümmungssensor (EpiCurveTT-HR) der Firma LayTec ausgestattet. Des Weiteren stehen zwei Mehrscheiben-Anlagen vom Typ AIX2600G3-HT mit einer Kapaziät von 11×2" bzw. 8×3"/4", beide ebenfalls mit in-situ Sensorik, zur Verfügung. Diese Edelstahlreaktoren lassen Wachstumstemperaturen von bis zu 1600°C zu. Dies ermöglicht die Herstellung von AlN-Schichten hoher Qualität, die z.B. als Templates für optoelektronische Strukturen für den fernen UV-Emissionsbereich einsetzbar sind.

In der Mikroelektronik werden Epitaxieschichten für AlGaN/GaN Heterostruktur-Feldeffekt-Transistoren (HFET) entwickelt und bereit gestellt. Als Substrate werden 75 mm semi-isolierende SiC-Wafer eingesetzt, die sich insbesondere durch eine hohe thermische Leitfähigkeit gegenüber dem preiswerteren Saphir auszeichnen. Die HFET-Schichtstruktur besteht im Wesentlichen aus einer hochohmigen GaN-Pufferschicht, einem GaN-Kanal und einer AlxGa1-xN-Barrierenschicht mit Al-Gehalten im Bereich x=0.15 bis x=0.35. Aufgrund der spontanen und piezoelektrischen Polarisation im Materialsystem AlGaN-GaN erfolgt eine Ladungsträgeranreicherung an der Heterogrenzfläche, die zur Ausbildung eines 2-dimensionalen Elektronengases führt. Typische Ladungsträger-Beweglichkeiten für eine Schichtkonzentration von 1×1013 cm-2 liegen bei 1600 cm2/Vs. Erhöhte Beweglichkeiten von mehr als 2000 cm2/Vs werden durch Einfügung einer zusätzlichen dünnen AlN-Barriere erzielt.

Im Bereich der Optoelektronik entwickelt das FBH Schichtstrukturen für Laser im blau/violetten und grünen Emissionsbereich (390 nm - 520 nm) sowie für Leuchtdioden im UV-Bereich (< 390 nm). Die Laser basieren auf 2 - 7 nm dicken InGaN-Quantentrögen als lichtemittierende Schichten, eingebettet in GaN- und AlxGa1-xN-Schichten zur Wellenleitung, abgeschieden auf GaN-Substraten. Die LED-Strukturen werden auf Saphir gewachsen und bestehen aus lichtemittierenden InyAlxGa1-x-yN-Schichten eingebettet in AlxGa1-xN.

Die Polarisation von GaN, die für mikroelektronische Bauelemente sehr nützlich ist, verringert die Effizienz von LEDs und Lasern. Da Polarisationsfelder nur entlang der c-Achse von GaN auftreten, können die Felder vermieden werden, indem GaN-Schichten mit einer anderen Kristallorientierung gewachsen werden. Gemeinsam mit der TU Berlin werden am FBH daher zusätzlich Grundlagenuntersuchungen zum Wachstum von GaN in verschiedenen nichtpolaren oder semipolaren Orientierungen durchgeführt.

Ansprechpartner

Dr. Eberhard Richter
 Tel. +49.30.6392-2704
 Fax +49.30.6392-2685
 E-Mail eberhard.richter(at)fbh-berlin.de